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Die Welt baut, Deutschland sprengt
Außerdem: Wie Männermode auch in Wirtschaft und Politik unter die Räder kommt

Held des Tages: Isabell Werth mit Stute Wendy

„Ende gut, alles gut“, sagte Isabell Werth. Zusammen mit ihrer Stute Wendy holte die 56-Jährige am gestrigen Donnerstag Gold für das deutsche Team bei den Dressur-Europameisterschaften.

Katharina Hemmer, Frederic Wandres, Ingrid Klimke und Isabell Werth feiern mit ihren Goldmedaillen
Als letzte Starterin des deutschen Teams ging Werth im französischen Crozet in den Parcours. Und die erfolgreichste Reiterin der Welt zeigte ihre Klasse, sodass eine Zitterpartie doch mit dem Sieg endete. Für unsere Reit-Heldin ist es das dreizehnte Team-Gold bei einer Europameisterschaft.
Wir geben Ihrer Meinung eine Stimme
Die Welt baut, Deutschland sprengt

Am 25. Oktober soll das Kernkraftwerk Gundremmingen gesprengt werden.
Von Julius Böhm
Überall auf der Welt feiert die Kernkraft als günstige, zuverlässige und CO₂-freie Energiequelle ihre Renaissance – nur in Deutschland wird Kraftwerk für Kraftwerk in die Luft gejagt, damit auch wirklich nie mehr an einen Re-Start zu denken ist.
Am 25. Oktober ist das bayerische Kraftwerk Gundremmingen fällig. Dann sollen die beiden 161 Meter hohen Kühltürme gesprengt werden. Es ist die Finalisierung des grünen Gründungsmythos, die Umsetzung der grünen Ideologie mit Dynamit!
Dabei gehören zumindest die Kraftwerksblöcke B und C zu denjenigen, die mit einem relativ geringen Kostenaufwand schon in vier Jahren wieder am Netz sein und CO₂-freien Strom liefern könnten. Derweil wird in Deutschland darüber debattiert, 40 Gaskraftwerke zu bauen.
Reaktor C war bis zum Silvestertag 2021 in Betrieb und hatte seit Inbetriebnahme mehr als 350 Milliarden Kilowattstunden (sauberen) Strom geliefert. Der Kraftwerksblock allein hatte eine Bruttoleistung von 1.344 Megawatt. Um eine jährliche Strommenge zu produzieren, die Gundremmingen liefern konnte, braucht es um die 1.200 Windmühlen. Und dabei sprechen wir von der Jahres-Gesamtleistung. Was die Zuverlässigkeit betrifft – also die Frage, dass immer zu jeder Zeit verlässlich die gebrauchte Menge Strom produziert wird –, könnten auch 10.000 Windmühlen einen einzigen Reaktor niemals ersetzen.
Denn Uran hört nicht auf zu strahlen, der Wind aber manchmal zu wehen …
Kleiderkaraoke statt Kulturtradition: Wie Männermode auch in Wirtschaft und Politik unter die Räder kommt

Der Bundeskanzler, hier leger gekleidet, unterhält sich bei seinem Antrittsbesuch bei der Marine an Bord der Fregatte „Bayern“ mit Soldaten.
Von Ralf Schuler
Das Wochenende steht bevor, auf der Klausur der Regierungsfraktionen in Würzburg sind jede Menge wichtiger Herren zu sehen, und der Kanzler umgibt sich beim deutsch-französischen Ministerrat ebenfalls mit repräsentativen Anzugträgern. Kurz: Es lohnt ein Blick auf die Top-Liga der Herrenmode in Politik und Wirtschaft.
„Mittlerweile treten selbst Staatschefs bei ihren Gipfeltreffen in wolkenweißen Sneakers und schief sitzenden Anzügen auf. Darin unterscheiden sie sich kaum von berufsjugendlichen Marketingleitern und Werbemanagern“, schreibt Dominik Pietzcker in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) und trifft damit einen Trend, den ich seit Jahren als Reporter aus der Nähe beobachte.
Dabei geht es nicht um die „Kleiderkaraoke auf dem Trottoir der Großstädte“, sondern um den auffälligen Trend in der Herrenmode, mit dezenten Andeutungen von Individualität nicht mehr zufrieden zu sein, sondern juvenile Sportlichkeit im Schuhwerk, durch Silikon-Valley-Rollkragenpullover oder gar Kapuzen-Hoodies auf die höchsten Ebenen der Gesellschaft zu tragen.
„In der Männermode gilt wie in der Musik: Klassik ist immer eine gute Idee“, schreibt Pietzcker. „Seit der modischen Hochblüte der bürgerlichen Gesellschaft in den 1920er Jahren hat sich an der bewährten Triade von Hemd, Hose und Sakko – ob als Kombination oder Anzug – wenig geändert. Es ist die perfekte Balance aus Form und Funktionalität, Korrektheit und Bewegungsfreiheit.
Über Farbe, Stoff und Passform lässt sich die individuelle Erscheinung beliebig aussteuern; die Bandbreite reicht vom Paradiesvogel im pinkfarbenen Leinenanzug bis zum Vermögensverwalter im dunkelgrauen Zweireiher. Accessoires wie Krawatten, Manschettenknöpfe und Einstecktücher bieten ebenfalls hinreichend Entfaltungsspielraum für den männlichen Narzissmus. Man kann sie auch weglassen, ohne dass eine Leerfläche entstünde.“
In einem sehr weisen Satz bringt der NZZ-Autor es auf den Punkt: „Der Kick des Singulären besteht gerade darin, innerhalb sinnvoll bestehender Konventionen das eigene Ausdrucksvermögen auszuloten.“ Und er fragt: „Wer beherrscht noch die Kunst des modischen Understatements als elegante Perfektion des Unauffälligen? Unter den Politikern war es gewiss John F. Kennedy, auch Emmanuel Macron käme in Betracht, würde er nicht so selbstverliebt wirken.“
Die überlegte Unauffälligkeit sei einfach nicht kompetitiv genug, schreibt Pietzcker, um die sozial erwünschte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dann mischt sich doch ein Schuss Kulturpessimismus in den Blick auf Männermode und die sterbende Gattung des klassischen „Herrenausstatters“ in den Innenstädten: „Doch mit dem Untergang der bürgerlichen Kleidungsform geht auch ein wesentliches kulturelles Wissen verloren. Das Bewusstsein nämlich, dass Eitelkeit als notorische Charakterschwäche verborgen werden muss.“ Ein sehr kluger Satz!
Fazit: „Mangels Befähigung zu einem autonomen modischen Geschmacksurteil schlägt die Tendenz zur ästhetischen Selbstbeschädigung voll durch.“ Seufz.
Söder Kebab

Markus Söder ist sich für keine Volkstümelei zu schade. Wer da mosert, wie es recht unflätig Robert Habeck tat, gerät schnell ins Hintertreffen. Der Grüne hatte dem CSU-Vorsitzenden, der bei Instagram als Food-Influencer reüssiert, ein „fetischhaftes Wurstgefresse“ vorgeworfen.
Deutlicher hätte Habeck nicht belegen können, dass Söder „nah bei de Leut‘“ ist, während der Grüne es sich im Elfenbeinturm der Besser-Esser einrichtet. Es war ein Punktsieg für den fränkischen Volkstribun.

Auf Helgoland stand Söder gemeinsam mit einem Shantychor auf der Bühne
Wenig später bestieg Söder auf Helgoland eine Bühne und sang mit einem Seemannschor den alten Freddy-Quinn-Hit „Sie hieß Mary-Ann“: „Und als er eines Tages erster Steuermann war, da liebte er ein Mädchen mit strohblondem Haar. Er gab ihr sein Herz, doch sie war nicht treu. Da fuhr er bald wieder zur See, Ahoi!“ Söder sang Bass und hatte seinen Spaß.
Und nun wurde auch noch namens einer Tochterfirma der CSU Markenschutz angemeldet für „Söder Kebab“. Politische Beobachter fragen sich, wo das enden wird. Steigt der Ministerpräsident in die Systemgastronomie ein? Werden Schriftzug und Logo von den Christsozialen teuer vermarktet?
Stärkung nach dem ARD-Sommerinterview. #söderisst gerne einen Döner, wenn er in Berlin ist 😀🥙
— Markus Söder (@Markus_Soeder)
12:20 PM • Aug 24, 2025
Auf jeden Fall hat Söder als Genussmensch eine hohe Glaubwürdigkeit. Man sieht ihm an, dass er mit Freude isst. In einem biografischen Podcast der Süddeutschen Zeitung hieß es einmal, Söder sei von einer bemerkenswerten Furchtlosigkeit. Er beiße in jede Speise, die man ihm hinhalte.
Die Grenzen zum Klamauk sind ebenso fließend wie jene zur Infantilität. Kompetenz und Seriosität sind die Leitwährung für jeden Politiker, der ernst genommen werden will. Zuweilen übertreibt es Söder mit seiner Gute-Laune-Show.
Andererseits hat da ein Instinktpolitiker genau begriffen: Wer das Volk vertreten will, muss dessen Nähe suchen. Nichts schadet momentan den Grünen und der SPD mehr als ihre Abgehobenheit.
In dieser Hinsicht dürfen sich die Mitbewerber eine Scheibe vom CSU-Vorsitzenden abschneiden – aber keine vegane.
Finanzspritze für „Demokratie leben!“

Von Pauline Voss
Sie sind die Garanten der linken Macht: Vermeintliche „Nicht-Regierungs-Organisationen“, sogenannte NGOs, die in Wahrheit am Tropf des Staates hängen und für linke Politik lobbyieren. Im Wahlkampf hatte Friedrich Merz versprochen: „Links ist vorbei!“
Nun kommt heraus: Die Union will den linken Lobby-Organisationen eine weitere Finanzspritze zukommen lassen und das Budget für „Demokratie leben!“ erhöhen – und das, obwohl der NGO-Komplex die Christdemokraten zum Feind erklärt hat.
Die Debatte um den Einfluss der NGOs wurde Anfang des Jahres zum Politikum, nachdem NIUS aufgedeckt hatte, dass zahlreiche steuerfinanzierte Organisationen zum Protest gegen den damaligen Unions-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz getrommelt hatten. Viele von ihnen bekamen Geld aus dem Förderprogramm „Demokratie leben!“ des Familienministeriums, manche aus ähnlichen Fördertöpfen der anderen Ministerien. Mit Steuergeld griffen die NGOs also aktiv in den Wahlkampf ein.
Die Union war alarmiert – und richtete in einer Kleinen Anfrage 551 Fragen zur politischen Neutralität der NGOs an die Ampel-Regierung. Doch gleich nach der Wahl versuchte die Union, das Thema klammheimlich fallen zu lassen. Denn der avisierte Koalitionspartner, die SPD, war mit der Attacke der Union auf die Einflussnahme der NGOs ganz und gar nicht einverstanden. SPD-Chef Lars Klingbeil bezeichnete die Kleine Anfrage gar als „Foulspiel“. Schließlich bilden die linken Lobbygruppen das politische Vorfeld von Sozialdemokraten, Grünen und Linkspartei und machen gegen deren Konkurrenten Stimmung.
Doch statt „Links ist vorbei!“ gilt unter der Familienministerin Karin Prien: Links kriegt ab jetzt noch üppigere Förderungen! Bereits im Juli positionierte sich die Unions-Politikerin auf der Plattform X klar pro „Demokratie leben!“. Björn Harms, stellvertretender Chefredakteur von NIUS und Autor des Bestsellers „Der NGO-Komplex“, fragte damals die Ministerin auf X: „Wenn Sie den Kulturkampf von links ablehnen, wieso fördern Sie ihn dann mit 182 Millionen Euro?“ Prien antwortete: „Weil in weiten Teilen sinnvolle Projekte gefördert werden.“
Nun kommt heraus, dass die Zahlungen nicht nur fortgeführt, sondern erhöht werden: Für 2026 plant Karin Priens Ministerium 191 Millionen Euro ein, bisher lag die Summe bei 182 Millionen pro Jahr. Damit fördert die Union weiter munter den Kulturkampf, der sich am Ende gegen sie selbst richtet.
Wir sind bei NIUS Radio für Sie da!

Der Tag beginnt mit NIUS: Nur noch heute ist NIUS Live in der Sommerpause. Unser Morning-Man Alex Purrucker begrüßt Sie jedoch gerne ab 7 Uhr live im NIUS Radio. An seiner Seite diskutiert heute Alexander Kissler.
Ab Montag ist NIUS Live wie gewohnt wieder für Sie da.
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